2013

Flirtsignale (Stern TV)

Und wie gut flirten Sie?

Flirtet sie? Ist er nur freundlich? Selten sind diese Signale für das andere Geschlecht eindeutig. Und mit manch flottem Spruch liegt man voll daneben. stern TV zeigt, welche Flirtstrategien ankommen.

Frauen sind für das andere Geschlecht schwer zu durchschauen. Ihre Signale werden vielfach missverstanden – und eine Annäherung endet im Desaster. Doch: Ohne eine nonverbale Aufforderung einer Frau, traut sich kaum ein Mann sie anzusprechen. Entscheidend sind die Signale, die eine Frau aussendet. Das genau ist aber problematisch: So eindeutig dem Mann die Signale einer Frau manchmal erscheinen mögen – in den wenigsten Fällen deutet er ihr Verhalten richtig, wie ein stern TV-Test zeigt: In einer Potsdamer Kneipe sitzt Anja allein an einem Tisch. An Männerbekanntschaften hat sie kein Interesse – sie führt eine sehr glückliche Beziehung. Dennoch wird Anja innerhalb von zweieinhalb Stunden 13 Mal von Männern angesprochen, die sich von ihr angeflirtet fühlten.

Sehen Männer also häufiger Flirtsignale, wo gar keine sind? Verhaltensforscherin Christiane Tramitz hat sich mit dieser Frage intensiv beschäftigt. Dazu zeigte sie 103 Männern und 33 Frauen einen kurzen Clip von einer jungen Frau in einer Bar. Die Einschätzungen männlichen und weiblichen Probanden wichen deutlich voneinander ab: Während sich die Frauen einig waren, die junge Dame im Film zeige an ihrem Gegenüber freundliches Interesse, lasen die Männer aus ihrer Körpersprache wesentlich mehr heraus: Da geht doch was!

Ehrlich und ernsthaft kommt besser an

Nicht nur die nonverbale Kommunikation hat es in sich. Auch bei der tatsächlichen, der verbalen Kommunikation die richtigen Worte zu finden, fällt den Männern schwer. Welche Strategien am erfolgversprechendsten sind, soll ein weiteres Experiment zeigen: Ein junger Mann und eine junge Frau versuchen mit jeweils denselben Sprüchen beim anderen Geschlecht zu landen: Frech, selbstbewusst und flippig fragten sie: „Sollen wir uns unterhalten oder weiter auf Distanz flirten?“ Mit dieser Ansprache hatte der Mann keinen Erfolg, das Mädel hingegen schon. „Zu plump, zu direkt, zu fordernd und vor allem möchtegernlustig – das kommt bei Frauen überhaupt nicht gut an“, sagt Christiane Tramitz. Ein solches Vorgehen habe in den seltensten Fällen Erfolg bei Frauen. Allenfalls, wenn es zu dem Mann passt und der ganze Typ mit seiner Ausstrahlung lockerflockig-lustig sei.

Eine weitere Strategie, die die zwei Lockvögel angewendeten, war die neutrale, unverfängliche: beispielsweise über die Musik ins Gespräch zu kommen. Doch diese Gespräche verliefen schnell im Sande. Die ehrliche und ernsthafte Zugehensweise funktionierte in allen Fällen: „Ich habe meinen ganzen Mut zusammengenommen, um dich anzusprechen. Ich würde dich gerne kennenlernen.“

Generell zeigte sich bei den Flirtstrategien: Frauen haben es erheblich leichter. Was sie sagen ist beim Anflirten weniger ausschlaggebend, als umgekehrt. „Frauen sind grundsätzlich wählerischer als Männer“, erklärt Expertin Tramitz. Männer seien weniger wählerisch und reagierten entsprechend positiver. Zudem seien sie meist froh, da ihnen ein komplizierter Schritt erspart bliebe. „Männer könnten sich natürlich geschickter anstellen, als sie es in der Regel tun“, meint Christiane Tramitz. Oft stehe ihnen die Hormongesteuertheit im Wege, um subtiler vorzugehen. „Authentizität ist für Frauen am wichtigsten, wenn sie angeflirtet werden“, sagt die Verhaltensforscherin. „Wenn Frauen merken ‚Der manipuliert mich jetzt‘, ist es für die meisten Frauen schon vorbei. Angeberei imponiert Frauen nicht.“ Das sei ein echter Flirtkiller.