2013

Test: Kaffee (Stern TV)

Das Duell der Kaffeeautomaten

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Seit Jahren steigen die Verkaufszahlen von Kaffee in Pads und Kapseln. Die Deutschen brühen ihr Lieblingsgetränk neuerdings protionsweise. Doch welche Art der Zubereitungen ist empfehlenswerter?

Ob als Filterkaffee, Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato – Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen. Mit durchschnittlich 149 Litern Kaffee pro Kopf trinken wir davon in einem Jahr mehr, als Wasser oder Bier. Seit Generationen steht ein guter Filterkaffee für besonderen Genuss. Neuerdings hat sich die Zubereitungsart in vielen Küchen aber geändert. War bis vor wenigen Jahren in fast jedem Haushalt eine Filtermaschine zu finden, halten inzwischen die Portionskaffeemaschinen kräftig Einzug. Der Markt an Kapsel- und Padautomaten wächst und wächst. Die Hersteller reiben sich die Hände. Seit Philips mit der „Senseo“ 2001 die private Kaffeezubereitung revolutionierte, kommen immer neue Automaten mit der dazu einzig passenden Munition heraus. Die „Senseo“ führt bis heute den Markt an. Bei den Kapselautomaten sind es die Maschinen für „Nespresso“.

Stiftung Warentest hat in einem neuen Test die Marktführer mit anderen Automaten verglichen. Das Ergebnis: Die beiden Systeme sind zu Recht die Lieblinge der Portionskaffeetrinker.

Pads sind günstiger und umweltfreundlicher

Die zwei Portionssysteme bereiten unterschiedlichen Kaffee: Die Kapselautomaten brühen mit hohem Druck einen kräftigen Wachmacher mit feiner Crema – den Espresso. Mit mehr Wasser lässt sich auch ein verlängerter „Lungo“ brühen. Die Padmaschinen geben eher einen Filterkaffee aus. Der Vorteil hier sind die vielen verschiedenen Kaffeesorten, die die Pads liefern können.

Von der Geschmacksfrage einmal abgesehen, sind die Pads umweltfreundlicher, weil kompostierbar. Das Kapselsystem erzeugte allein in Deutschland im letzten Jahr 10.000 Tonnen Kapselabfall. „Die Kapselmaschinen arbeiten entweder mit Plastik oder sogar mit Aluminiumkapseln“, sagt Werner Hinzpeter von Stiftung Warentest. „Aluminium braucht unglaublich viel Energie bei der Herstellung.“ Die Ökobilanz der Miniportionen ist verglichen mit Filterkaffee verheerend. Noch dazu wesentlich teurer. Ein Kaffeepad kostet im Schnitt 13 Cent, eine Kapsel um 35 Cent.

Filterkaffee bei passionierten Kaffeetrinkern beliebter

Portionskaffee hat also nicht nur Vorteile. Zumal die wichtigste aller Fragen sein sollte: Welcher Kaffee schmeckt am besten? stern TV macht einen eigenen Test: Die Redaktion lässt den Sieger unter den Padautomaten, die Senseo HD 7863 von Philips, gegen zwei erfahrene Kaffeezubereiterinnen antreten. Stefanie Catholy und Ruth Frank aus Berlin Köpenick schwören auf den klassischen Filterkaffee – einmal aus der Filtermaschine und einmal von Hand aufgebrüht. Die drei Zubereitungsvarianten werden von passionierten Kaffeetrinkern blind verkostet. Das überraschende Ergebnis: Drei Mal punktet die Filtermaschine. Absoluter Testsieger ist der von Hand aufgebrühte Kaffee. Und kein einziger Proband mochte den Kaffee aus den Pads.

Die Siegermaschine unter den Kapselautomaten, die De’Longhi Nespresso Pixie, soll sich in einem italienischen Nobelrestaurant beweisen. Sie tritt in Konkurrenz zu Pietro Carta. Der Italiener bereitet Espresso mit Geschick, Erfahrung und mit italienischer Leidenschaft: „Frisch gemahlener Kaffee, die silberne Kanne, erhitzen – basta!“ Welcher Espresso der bessere ist, sollen die Gäste im Restaurant entscheiden. Absolut verblüffend: Sie küren keinen eindeutigen Sieger. Dann die finale Auszeichnung: Pietro schmeckt der Kapselkaffee besser, als sein eigener. „Che altro?“, würde er wohl sagen, wenn er jetzt Werbung für Kapselautomaten machen müsste.