2011

Tod nach Flucht vor U-Bahn-Schlägern

Der Fall Giuseppe Marcone – Tod nach Flucht vor U-Bahn-Schlägern

Im „Hetzjagd-Prozess“ um den Tod von Giuseppe Marcone, der 2011 auf der Flucht vor zwei Angreifern in Berlin gestorben ist, wurden die beiden Angeklagten nun verurteilt. Der Hauptangeklagte Ali T. erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge zwei Jahren Haft auf Bewährung, der Mitangeklagte Baris B. vier Monaten auf Bewährung. Zu milde, sagen Kritiker. Und auch die Staatsanwaltschaft hält das Urteil für nicht akzeptabel und will Revision einlegen. Verfolgung sei keine „Hetzjagd“ gewesen.

In der Urteilsbegründung wollte der Vorsitzende Richter nicht von einer „Hetzjagd“ sprechen, die zu Giuseppes Tod geführt hatte. Die Schuld des Haupttäters liege im „unteren Bereich“, sagte Ralf Ehestädt. Giuseppe könne noch leben, hätte er einen anderen Weg über den Kaiserdamm genommen oder wäre langsamer gelaufen, so der Richter weiter.

Für Giuseppes Mutter, Vaja Marcone, ist die Beurteilung der Tat nur schwer verständlich: „Für uns ist es eindeutig, dass sie schuldig sind. Ihr Verhalten hat dazu geführt, dass unser Sohn sein Leben verloren hat.“ Allerdings hatte sie mit einem solch milden Urteil gerechnet. Und sie sagt: „Ich denke, es war schon ein Erfolg in dem Sinne, das eine Verurteilung vorliegt und junge Menschen dadurch wissen, dass jedes Verhalten eine Konsequenz hat.“