2014

Test: Umzugsunternehmen (Stern TV)

Auf dem Markt tummeln sich viele schwarze Schafe, die von Umzügen nicht viel Ahnung haben. Im Prinzip kann jeder eine Firma in dem Bereich gründen, ob er nun weiß, was er tut oder nicht. Diese Firmen haben meistens keine Lizenz und sind nicht einmal versichert.

Der stern TV-Experte und Möbelspediteur Markus Sonnen gibt Tipps, die man vor einem Vertragsabschluss beherzigen sollte:

1. Ein Umzugsunternehmen engagieren, das Mitglied im Bundesverband ist. Zu erkennen ist die an dem Logo mit dem Känguru. Diese Firmen verpflichten sich, einen Qualitätsstandard einzuhalten und werden regelmäßig geprüft.

2. Finger weg von Angeboten aus dem Briefkasten oder kurze Zeitungsannoncen mit Angeboten wie „LKW und 3 Mann, 3 Stunden, 130 Euro“. Da wird aus 130 Euro ganz schnell das Fünffache, weil viele Posten in dem vermeintlichen Lockangebot gar nicht enthalten waren.

3. Man kann sich selbst auch ausrechnen, wann ein Angebot seriös ist: Bei Anboten von wenigen 100 Euro ist meistens etwas faul, denn eine ordentlich aufgestellte Umzugsfirma hat viele laufende Kosten. Gut ausgebildetes Fachpersonal kostet nun einmal Geld. Bei diesen Anbietern hat man es meistens mit Hilfskräften zu tun, die nicht einmal in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehen.

4. Vorher sollte man eine unverbindliche und kostenlose Vorbesichtigung verlangen und eine detaillierte Bestandsliste des Umzugsgutes erstellen lassen. So sprechen beide Seiten von derselben Menge an Möbeln und Kisten.

5. Man sollte immer darauf achten, einen detaillierten Kostenvoranschlag zu bekommen, auf dem auch Posten wie die Anfahrt und Abfahrt des Teams, Kosten für Montagearbeiten, Packmaterialien und dergleichen inbegriffen ist. Das sind häufig versteckte Kosten. Lassen Sie sich auch einen Festpreis geben.

6. Wenn man eine Umzugsfirma beauftragt, sollte man darauf achten, dass die eine Güterkraftverkehrserlaubnis hat, dann ist diese nämlich selbstverständlich versichert. Der Spediteur haftet nach HGB mit 620 Euro pro Kubikmeter. Wenn der Wert der Möbel darüber liegt, sollte man die Versicherungssumme anpassen lassen. Außerdem ist die Haftung des Spediteurs für unabwendbare Ereignisse, beispielsweise höhere Gewalt oder Unfall mit Fahrerflucht aus der Grundhaftung ausgeschlossen. Dieses Risiko kann man aber ebenfalls problemlos beim Möbelspediteur für einen geringen Beitrag zusätzlich versichern.

7. Wenn etwas zu Bruch geht, dann sollte man den Schaden direkt mit dem Teamleiter der Firma aufnehmen und Fotos machen. Spätestens am Tag nach dem Umzug muss ein äußerlich erkennbarer Schaden gemeldet werden. Am besten immer schriftlich. Dann wird der Schaden problemlos ersetzt. Generell gilt auch, es haftet der, der packt. Also wenn Sie selbst ein paar Kisten vorpacken, dann tragen Sie selbst das Risiko, wenn etwas darin kaputt geht, außer Mitarbeiter der Umzugsfirma lassen die Kiste fallen, dann ist natürlich die Umzugsfirma in der Haftung.